Aktueller Heilmittelbericht des WIdO zu podologischen Behandlungen

Aus einer im Dezember 2020 veröffentlichten Pressemitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, kurz WIdO, geht hervor, dass podologische Behandlungen in den letzten zehn Jahren enorm gestiegen sind; die Rate liegt bei einem Plus von 74 Prozent. Während 2009 nur 67,6 AOK-Versicherte mit Diabetes mellitus vom Typ I und II eine podologische Therapie in Anspruch genommen haben, waren es 2019 immerhin 117,4 auf 1.000 Diabetes-Patienten. Jeder achte Versicherte mit Diabetes der 3,17 Millionen von insgesamt 26,8 Millionen AOK-Mitgliedern, also insgesamt 12,5 Prozent, nahm nach Angaben des Heilmittelberichtes der WIdO eine podologische Therapie bei leichteren und stärkeren Beschwerden in Anspruch. Knapp 400.000 Diabetiker wurden danach bei schwerwiegenden Schäden von einem Arzt behandelt oder aber durch einen Podologen, wenn die Behandlung dort ausreichte. 372.000 AOK-Patienten mit Diabetes haben demnach 2,67 Millionen Termine nur beim Podologen wahrgenommen. 
Disease-Management-Programme der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) greifen, denn podologische Leistungen sind seit dem Jahr 2002 in den Leistungskatalog aufgenommen worden und wurden seitdem mehr und mehr Teil der Versorgung von Diabetikern. Die Kontrolle der Füße, und wenn notwendig, Behandlungen durch Ärzte oder Podologen nach Verordnung, sind Teil des Disease-Management-Programms, um das Diabetische Fußsyndrom (DFS) und/oder Amputationen der Füße oder Beine zu verhindern. Die Beobachtung und eine im Anschluss daran sachgerechte Behandlung kann schwerwiegende Schäden und Komplikationen abwenden. Im Jahr 2009 wurden noch an 5,3 von 1.000 Patienten Bein- oder Fußamputationen ausgeführt, während zehn Jahre später nur noch 4,5 von 1.000 Patienten von diesen schwerwiegenden Maßnahmen betroffen waren. 
Alle zum präventiven Programm der GKV gehörenden Maßnahmen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass von den 3,17 Milllionen Diabetikern, die allein nur bei der AOK versichert sind, immer noch 32,1 Prozent, also mehr als eine Million Menschen, an Neuropathien und /oder unter dem Diabetischen Fußsyndrom (DFS) leiden. 
Der Heilmittelbericht 2020 legt auch offen, dass 46 Millionen Heilmittelleistungen dieser Art mit einem UMsatz von 8,8 Milliarden Euro ausgewertet wurden. Dabei stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr (2018) um 21,6 Prozent. Grund für die Steigerung ist die Anpassung, die das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgegeben hat, denn mit dem 1. Juli 2019 sind die Preise erhöht worden. Auch podologische Leistungen fallen seitdem in diese Kategorie. 
Die Entwicklung der Fußamputationen bei Diabetes-Patienten für das Jahr 2020 ist bislang noch unauffällig und weicht wenig vom langjährigen Trend ab. Wegen der Coronavirus-Pandemie sind die Amputationen im ersten Halbjahr 2020 um 5,4 Prozent zurückgegangen. Die demnächst vorliegenden Abrechnungsdaten der AOK können dann Auskunft über das komplette Jahr geben und auch über die Rate der ausgeführten Amputationen. 

Quelle: presseportal.de


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